Neu im Stadtrat

Leipzig hat eine neue Kulturbürgermeisterin: Skadi Jennicke. Ich möchte urteilen, dass diese Entscheidung nicht nur ein persönlicher Erfolg für Skadi, unsere Partei und unsere Fraktion ist, sondern auch ein Gewinn für die Stadt sein wird. Gratulation!

Nun rückte ich über die Liste im Wahlkreis 8 nach und habe bereits die Arbeit als Stadtrat aufgenommen: Fraktionssitzung, Ratsversammlung, Ausschüsse, Beirat. Der Papierberg hat mich nicht erschlagen und fast alle Formalien sind geklärt. Dafür einen riesigen Dank an die Geschäftsstelle der Fraktion!

Mit 25 Jahren bin ich das jüngste Mitglied in der Fraktion. In der LINKEN aktiv wurde ich 2009. Damals, noch ohne Parteibuch, aber schon im Jugendverband, hat mich der Bildungsstreik in die Politik gezogen. Wir Schüler*innen wollten mitwirken und den Protest und die Kritik am Bildungssystem nicht allein den Studierenden überlassen. Kurzum bestreiken wir unsere Schule, das Max-Klinger-Gymnasium in Grünau. Nach meinem Zivildienst an einer Förderschule für Menschen mit so genannter geistiger Behinderung habe ich mein Studium der Sonderpädagogik aufgenommen.

Diese kurze Genese zeigt meinen inhaltlichen Schwerpunkt in der Parteiarbeit: Inklusion und Bildung. Die Arbeit in der Fraktion ist jedoch kein Wunschdenken und man muss sich in neue Felder einarbeiten. Zuständig bin ich (nicht allein) für die Ausschüsse der Kultur sowie den Jugendbeirat. Besonders im Komplex der Subkultur bringe ich Erfahrung mit, denn als Hobbymusiker kenne ich die Proberaumsituation und bin mit Kulturschaffenden vernetzt. Gerade für junge Bands sind geeignete Räume rar oder zu teuer. Doch die Leipziger Szene blüht und ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Es ist mir ein persönliches Anliegen, lokale Vereine und Kollektive zu unterstützen.

Mit dem Jugendbeirat möchte ich die Stellung vom Jugendparlament stärken. Junge Menschen haben Meinungen, Vorstellungen und Ideen – genau wie alle anderen. Ich sehe es als kommunale Aufgabe, ihnen Gehör zu verschaffen und sie ernst zu nehmen. Dafür hat mich die linksjugend Leipzig 2014 als Jugendkandidaten zur Kommunalwahl aufgestellt. Dabei hatte ich übrigens den besten „Jugendwahlkampfmanager“ der Welt, Tilman Loos. Vom Flyer bis zur Orga: Danke!

Das Thema Inklusion liegt nicht in meinem unmittelbaren Aufgabenbereich. Generell begreife ich es als Querschnittsaufgabe, Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und Teilhabe zu garantieren. Mein Ziel ist eine inklusive, barrierefreie Stadt.

werner

Foto: Gerd Eiltzer

In den nächsten Monaten werde ich mich einarbeiten müssen. Innerhalb von zwei Wochen wird niemand Profi. Doch ich fühle mich gut von der Fraktion aufgenommen und auch angenommen. Die Zusammenarbeit läuft also schon.

Soviel zu mir. Nicht nur für Genoss*innen gilt: Ich bin ansprechbar, kommt gern auf mich zu. In einer Sache will ich euch noch beruhigen: Obwohl ich vom Jugendverband komme, werde ich als Stadtrat keine Schulnoten abschaffen und kein bedingungsloses Grundeinkommen einführen.

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Geschrieben für und erschienen in:  Mitteilungsblatt. Ausgabe 07-08/2016
[Herausgeberin: DIE LINKE. Stadtvorstand Leipzig]

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